Arbeitsverträge in der Schweiz: Was
unbedingt geregelt sein sollte

Ein klar formulierter Arbeitsvertrag bildet die Grundlage für eine transparente und rechtssichere Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Er definiert Rechte, Pflichten und Erwartungen und hilft insbesondere KMU, rechtliche Risiken sowie spätere Konflikte zu vermeiden.

Gerade weil viele Regelungen im Schweizer Arbeitsrecht dispositiv sind, lohnt es sich, zentrale Punkte ausdrücklich und eindeutig schriftlich festzuhalten. Neben Arbeitsbeginn, Probezeit, Funktion sowie Arbeitszeiten inklusive Überstundenregelung müssen insbesondere die finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen klar geregelt sein.

Lohn

Der Bruttolohn ist eindeutig zu beziffern, ob als Monats- oder Stundenlohn. Ebenfalls festzuhalten sind die Anzahl Auszahlungen pro Jahr (z. B. ein 13. Monatslohn), der Auszahlungszeitpunkt sowie allfällige Lohnanpassungen.
Besteht die Vergütung aus einem fixen und einem variablen Anteil, muss dies transparent ausgewiesen und klar voneinander abgegrenzt werden.

 

 

Boni

Bei Bonusregelungen ist entscheidend, ob es sich um einen garantierten Lohnbestandteil oder um eine freiwillige Leistung handelt. Diese Unterscheidung hat erhebliche rechtliche Konsequenzen. Zudem sollten Berechnungskriterien, Zieldefinitionen, der Auszahlungszeitpunkt sowie ein allfälliger anteiliger Anspruch bei unterjährigem Austritt klar definiert sein, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

 

Spesen

Der Arbeitsvertrag sollte regeln, welche berufsbedingten Auslagen übernommen werden wie etwa Reise-, Verpflegungs- oder Übernachtungskosten. Ebenso ist festzuhalten, ob Spesen pauschal oder gegen Beleg vergütet werden und ob ein separates Spesenreglement integrierender Bestandteil des Vertrags ist.

 

Sozialversicherungsbeiträge

Transparenz ist auch bei den Sozialversicherungen wichtig. Der Vertrag sollte klarstellen, welche gesetzlichen Abzüge vom Bruttolohn erfolgen, etwa für AHV/IV/EO, ALV, Pensionskasse, Unfall- sowie gegebenenfalls Krankentaggeldversicherung und wie die Beiträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt sind.

 

Ferien und Urlaub

Der gesetzliche Ferienanspruch sowie allfällige zusätzliche Ferientage müssen klar geregelt sein. Ebenso sollte der Anspruch auf bezahlten Zusatzurlaub bei besonderen Ereignissen wie Hochzeit, Geburt oder Todesfall eindeutig festgehalten werden.

 

Kündigungsfristen und Sperrfristen

Kündigungsfristen während und nach der Probezeit müssen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Auch die gesetzlichen Sperrfristen wie etwa bei Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft, sollten korrekt berücksichtigt werden.

 

Vertraulichkeit und Aufgabenbereich

Bestimmungen zu Vertraulichkeit und Datenschutz schützen sensible Unternehmensinformationen über das Arbeitsverhältnis hinaus. Ein klar definierter Aufgaben- und Verantwortungsbereich sorgt zusätzlich für transparente Erwartungen und verhindert Missverständnisse im Arbeitsalltag.

Ein sorgfältig ausgearbeiteter Arbeitsvertrag schafft Klarheit auf beiden Seiten und bildet die Basis für eine stabile Zusammenarbeit. Gleichzeitig reduziert er rechtliche Risiken und erhöht die Planungssicherheit für Unternehmen.
Darüber hinaus können gewisse Punkte, die für alle Mitarbeitenden allgemein gelten, im Personalreglement des Unternehmens geregelt werden. Dies ermöglicht eine einheitliche Handhabung von Regelungen wie Arbeitszeiten, Home-Office, Spesen oder Zeiterfassung.

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