Struktur, wo es menschelt.

Mitarbeiter-Anerkennung; Ein geniales Beispiel

Noch immer berührt von der Pensionierungsfeier meines Vaters, schreib ich diesen Blogartikel. Mein Vater hat 45 Jahre für die gleiche Firma gearbeitet. Man muss sich diese Zahl erst mal durch den Kopf gehen lassen. Das ist das ganze Arbeitsleben. Er hat dabei alle Veränderungen mitgemacht, Firmenübernahmen hingenommen und Leute kommen und gehen sehen. Und immer – das kann ich als Tochter gut beurteilen- war da der unermüdliche Einsatz und Identifikation für «seine Bude». Und wir reden hier nicht von einem Kadermitarbeiter in der Teppichetage. Nein er war 45 Jahre lang «Büetzer» in der Werkstatt.

Nun war letzte Woche seine Pensionierungsfeier. Organisiert vom Arbeitgeber, zu der sämtliche aktuelle und ehemalige Mitarbeiter eingeladen waren. Zusätzlich auch die Familie meines Vaters, also meine Mutter, wir Töchter, Schwiegersöhne und Enkel. Eine schöne Geste dachte ich schon bei der Einladung.

Als dann der Geschäftsführer die Rede hielt, war mir eindeutig bewusst, wie wertschätzend diese Feier war. Die Rede war nicht einstudiert, sondern kam frisch von der Leber weg. Dieser Geschäftsführer trat als Lehrling ins Unternehmen ein, als mein Vater bereits 9 Jahre im Unternehmen arbeitete. Das ist für heutige Verhältnisse schon eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Verweildauer heute bei vier bis sieben Jahren liegt.

In der Rede dankte er meinem Vater für seinen unermüdlichen Einsatz und erzählte von den Episoden, welche sie zusammen durchgemacht haben. Er bemerkte auch, dass er vieles von meinem Vater gelernt habe und dass er massgeblich dazu beitrug, dass er sich vom Lehrling zum Inhaber und Geschäftsführer entwickelt hat. Er zeigte auch den Dank an meine Mutter, die oft Verständnis für die langen Einsätze im Geschäft hatte und er dankte auch uns Töchter für die lässigen Momente an den firmeneigenen Grillfesten, an denen wir als Kinder teilnahmen und gerne daran zurückdenken.

Es wurde gegessen und getrunken, gelacht und über vergangene Zeiten gesprochen. Es war im Grunde eine einfache Feier. Und doch so speziell, weil man den Geist und die echte Beziehung und Identifikation zur Firma gespürt hat. Ein «Wir-Gefühl», dass sich jeder Arbeitgeber wünschen kann.

Und was ist das Erfolgsrezept? Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter als Menschen mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen. Werden diese respektiert und verstanden und in die Ziele der Firma integriert, kommt es in Form von Einsatz und Identifikation zurück. Anerkennung ist ein starkes Bedürfnis, nach dem jeder Mensch strebt. Es heisst nicht umsonst in der Führungslehre «Man muss Menschen mögen».

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